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Frank Eschrich

„Allianz gegen Ärztemangel“ ist ein Papiertiger

Außer einer gemeinsamen Informationsveranstaltung im März hat die großspurig angekündigte Allianz gegen den Ärztemangel bisher nichts zustande gebracht

DIE LINKE Pirmasens: Tatenlos in die Versorgungslücke

Vor etwas mehr als einem Jahr wurde auf einer Pressekonferenz die „Allianz gegen Ärztemangel“ der Städte Pirmasens, Zweibrücken und des Landkreises Südwestpfalz geboren. Diagnostiziert wurde, dass insbesondere in Pirmasens 73 Prozent der Hausärzte bis zum Jahr 2020 in den Ruhestand gehen werden und ein akuter Nachbesetzungsbedarf besteht.

Dazu erklärt der Vorsitzende der LINKEN Pirmasens, Frank Eschrich: „Außer einer gemeinsamen Informationsveranstaltung im März hat die großspurig angekündigte Allianz gegen den Ärztemangel bisher nichts zustande gebracht und ist seitdem in der Versenkung verschwunden. Tatenlos nimmt man die sich immer deutlicher abzeichnende Versorgungslücke bei der medizinischen Versorgung in Kauf. Die gemeinsamen Anstrengungen der drei beteiligten Gebietskörperschaften gegen den drohenden Ärztemangel beschränken sich auf eine Pressemitteilung und eine Infoveranstaltung zu den seit vielen Jahren bekannten und beklagten Tatsachen. Angereist war im März eigens ein Fachanwalt, um über die Möglichkeiten von Ärztegenossenschaften zu referieren. Dieses Modell wurde zwar allseits in den höchsten Tönen gelobt, nur um es wenige Wochen später in der praktischen Umsetzung durch die beteiligten Kommunen abzulehnen. Es sei nicht Aufgabe der Kommunen, Genossenschaften zu gründen, sondern dies müsse durch die Ärzte selbst erfolgen, hieß es zur Begründung. Damit ruht der Ball wieder im Spielfeld der Ärzte wie in den vergangenen 10 Jahren auch. Es stellt sich die Frage, wozu eine kommunale Allianz gegen Ärztemangel eigentlich gegründet wurde, wenn die beteiligten Kommunen selbst gar nicht handeln wollen, sondern die Lösung des Problems weiterhin dem freien Spiel des Marktes überlassen. Hätten Ärzte eine Genossenschaft gründen wollen, um jungen Kolleginnen und Kollegen den Start ins Berufsleben zu erleichtern, hätten sie es längt tun können. Passiert ist aber nichts.

Treffen die Prognosen der mit der Datenerhebung und Ärzteakquise beauftragten Medi-Südwest GmbH zu, gehen in den kommenden zwei Jahren 77 Prozent aller niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in den Ruhestand, davon mehr als 80 Prozent ohne Nachfolger. Das bedeutet konkret: Von heute auf morgen stehen die Patientinnen und Patienten vor verschlossenen Türen. Dabei hieß es noch im März, es sei nicht 5 vor, sondern bereits 10 nach Zwölf. Die politisch Verantwortlichen lassen sich davon allerdings ganz offensichtlich nicht beindrucken und legen weiter die Hände in den Schoß“

Frank Eschrich, Vorsitzender DIE LINKE Pirmasens