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Frank Eschrich

Arbeitslosigkeit macht krank

Das Risiko für Arbeitssuchende an psychischen Störungen zu erkranken liegt um das Vierfache höher

DIE LINKE Pirmasens: Statistikschönung ist nur eine Facette des Problems

In seiner Stellungnahme schildert der Pirmasenser Nervenarzt Dr. Klees den Verschiebebahnhof zwischen den einzelnen Kostenträgern im Sozialbereich. Dabei werden die Kosten der Arbeitslosigkeit in das Gesundheitswesen verschoben, was zu der von Dr. Klees beschriebenen Belastung der Arztpraxen mit Bürokratie führt. Besonders ältere Arbeitssuchende werden von der Arbeitsagentur mehr oder weniger offen aufgefordert, sich krankschreiben zu lassen oder Atteste vorzulegen. Letztendlich dienen diese Maßnahmen der seit vielen Jahren praktizierten Schönung der Arbeitslosenstatistik, aus der kranke und ältere Arbeitssuchende sowie Maßnahmenteilnehmer herausgerechnet werden.

Dazu erklärt der Vorsitzende der LINKEN Pirmasens, Frank Eschrich: „Die Schönung der amtlichen Arbeitslosenstatistik ist aber nur eine Facette des Problems. Dr. Klees bestätigt mit seinen fundierten Aussagen erneut den Verschiebebahnhof zwischen den einzelnen Kostenträgern und beklagt sich zu Recht über die ausufernde Bürokratie, die zu Lasten der Ärzte und der Behandlung von Patientinnen und Patienten geht. Über diese richtigen Feststellungen hinaus darf aber nicht vergessen werden, dass Arbeitslosigkeit tatsächlich krank macht. Diese Facette des Problems kommt in der Stellungnahme von Dr. Klees zu kurz. Schon 2010 hatte der DGB in einer Studie nachgewiesen, dass Arbeitssuchende doppelt so viele Stoffwechsel- und Krebserkrankungen aufweisen wie pflichtversicherte Beschäftigte. Das Risiko für Arbeitssuchende an psychischen Störungen zu erkranken liegt demnach um das Vierfache höher. Laut Deutschem Ärzteblatt wurde 2013 eine repräsentative Studie bei der Gmünder Ersatzkasse (GEK) durchgeführt. Demnach stieg die Mortalitätsrate nach 2 Jahren Arbeitslosigkeit bereits auf das 1,6-fache, nach 3 Jahren ohne Job stieg die Sterblichkeit bereits um das 3 bis 4-fache an. Dies sind erschreckende Zahlen, die deutlich machen, dass Arbeitslosigkeit krank macht und zu erhöhter Sterblichkeit führt. Nicht umsonst weisen Städte wie Pirmasens mit hoher Arbeitslosenquote auch deutlich niedrigere Lebenserwartungen aus.

Die Gesundheitsrisiken und tatsächlichen Kosten der Arbeitslosigkeit werden seit Jahren unter den Teppich gekehrt. Eine öffentliche Berichterstattung zu dieser Problematik findet kaum statt. Stattdessen wird auch in Pirmasens monatlich nur die geschönte Arbeitslosenstatistik der Presse zur Verfügung gestellt. Bereits mehrfach hatte DIE LINKE die Arbeitsagentur gebeten, die Unterbeschäftigungsquote regelmäßig in ihren Pressemitteilungen zu berücksichtigen. Dies ist bis heute nicht der Fall.“

Frank Eschrich, Vorsitzender DIE LINKE Pirmasens