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Brigitte Freihold

Kommerz in der Kunst

Kulturelle Teilhabe ist ein Menschenrecht und muss von öffentlichen Einrichtungen für alle ermöglicht und gefördert werden

DIE LINKE Pirmasens: Dauerausstellungen in Alter Post sollen eintrittsfrei werden

Zu Recht kritisiert Matthias Strugalla vom Kunstverein Pirmasens die fortschreitende Kommerzialisierung im Kulturbetrieb. Betriebswirtschaftliche Zwänge führen nicht nur zu einer Ausrichtung des Kulturangebots am Massengeschmack und behindern die kulturelle Teilhabe vieler Menschen, sondern gefährden die künstlerische Freiheit.

Dazu erklärt die Vorsitzende der LINKEN Pirmasens und Mitglied im Kulturausschuss des Deutschen Bundestages, Brigitte Freihold: „Der Kommerz in der Kunst hat  Kultureinrichtungen und Kunstschaffende gleichermaßen fest  im Griff, denn sie unterliegen dem Zwang, möglichst viele zahlende Kunden anzusprechen. Dies führt zu einer Verflachung des Angebots durch die Ausrichtung am kulturellen Mainstream.  Auf der anderen Seite führen betriebswirtschaftlich Zwänge dazu, dass der Zugang zu Kunst und Kultur faktisch auf eine privilegierte Minderheit beschränkt bleibt. Dass die kulturelle Teilhabe noch immer von Einkommen und Herkunft bestimmt wird, ist angesichts von steuerfinanzierten Kulturfördermaßnahmen eigentlich unvertretbar.

Zwar hat Matthias Strugalla Recht, wenn er sagt, dass nicht alle Pirmasenser sich vom Kulturangebot der Stadt angesprochen fühlen müssen und sie es aus diesem Grund möglicherweise nicht nutzen. Das darf jedoch nicht bedeuten, dass die mangelnde Teilhabe an den Kunst- und Kulturangeboten der Stadt Pirmasens auf dieses Argument reduziert wird. Kulturelle Teilhabe ist ein Menschenrecht und muss von öffentlichen Einrichtungen für alle ermöglicht und gefördert werden.

Deutschland versteht sich als Kulturstaat. Die öffentlich Kulturangebote des Bundes, der Länder und Kommunen sind weitgehend steuerfinanziert. Dies betrifft auch das Kulturzentrum Alte Post. Durch die Erhebung von Eintrittsgeldern werden die Bürgerinnen und Bürger also zweimal zur Kasse gebeten. Öffentliche Kultureinrichtungen dürfen aber keine Orte der unsichtbaren Sozial- und Klassenschranken sein. Um zu erreichen, dass einer Vielzahl von Menschen mit unterschiedlichen Lebens- und Bildungserfahrungen, Familien mit Kindern und finanziell Benachteiligten die Teilhabe an Kunst und Kultur besser ermöglicht wird, sollte man dem Beispiel Großbritanniens folgen: Dort werden für die Dauerausstellungen der Museen seit 15 Jahren keine Eintrittsgelder mehr erhoben. So freuen sich die britischen Kultureinrichtungen nicht nur über wesentlich mehr, sondern auch über eine plurale Besucherschaft.

Deshalb sollten die Dauerausstellungen in der Alten Post zukünftig eintrittsfrei werden. Dadurch würden sich die Besucherzahlen deutlich erhöhen, das Kulturzentrum Alte Post insgesamt attraktiver und mehr Menschen auch in die Sonderausstellungen geführt werden.“

Brigitte Freihold, Vorsitzende DIE LINKE Pirmasens