Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen
Frank Eschrich, DIE LINKE Pirmasens

Frank Eschrich

Schlechter Betreuungsschlüssel in Pirmasenser Kindergärten

Deutlich werden im Länderreport für Rheinland-Pfalz gravierende regionale Unterschiede

DIE LINKE Pirmasens: Personalmangel hält seit Jahren an – Ausbildungsniveau gut

Im Länderreport 2017 „Frühkindliche Bildungssysteme“ der Bertelsmann Stiftung wurden zum Stichtag 1. März 2016 erstmalig die Personalschlüssel in der Kinderbetreuung auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte ermittelt. Im Internet können zudem Berichte mit Einzelheiten für jeden Landkreis und jede Stadt abgerufen werden. Der Personalschlüssel gilt als eines der wichtigsten Kriterien für die Bemessung der Qualität von frühkindlichen Bildungseinrichtungen. Je weniger Kinder pro Fachkraft betreut werden müssen, umso besser fällt die frühkindliche Bildung aus. In Pirmasens kamen in den Krippengruppen der unter Dreijährigen statistisch betrachtet 3, 1 Kinder auf eine Fachkraft, bei Gruppen mit Kindern von 0 bis 4 Jahren waren es 6,7 Kinder. Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt in diesem Alterssegment einen Personalschlüssel von 1:3. Besonders schlecht schneidet Pirmasens beim Betreuungsschlüssel der Kindergartenkinder zwischen 3 und 6 Jahren ab. Im Länderreport 2017 wird der Personalschlüssel in dieser Altersgruppe mit 1:11,5 und im aktuellen Online-Einzelbericht der Stadt Pirmasens mit 1:11,1 angegeben. In aktuellen Presseberichten zum neusten Länderreport der Bertelmann Stiftung wird zum Stichtag 1. März 2017 ein Betreuungsschlüssel in Pirmasens auf gleichbleibend schlechtem Niveau von 1:11,1 festgestellt. Empfohlen wird in dieser Altersgruppe ein Personalschlüssel von 1:7,5.

Dazu erklärt der Vorsitzende der LINKEN Pirmasens, Frank Eschrich: „Beim Betreuungsschlüssel der Kindergärten schneidet Pirmasens landesweit am schlechtesten ab und liegt mit 11,5 Kindern pro Erzieherin oder Erzieher auch deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 9,1 Kindern pro Fachkraft. Besonders gut liegt Pirmasens dagegen beim Ausbildungsgrad des Kindergartenpersonals: Fast 85 Prozent haben einen Fachschulabschluss. Deutlich werden im Länderreport für Rheinland-Pfalz gravierende regionale Unterschiede. Während in Kaiserslautern von einer Erzieherin oder einem Erzieher statistisch nur 6,6 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren betreut werden müssen, sind es in der Nachbarstadt Pirmasens fast doppelt so viele. Dies hat nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die pädagogische Qualität der Betreuung, sondern geht mit einer extremen Mehrbelastung des Personals einher. Die Folgen für die Erzieherinnen und Erzieher sind Arbeitsverdichtung, Überstunden, stressbedingte Krankheiten – und dies alles für eine Entlohnung, die jeder Beschreibung spottet: Noch immer ist der Gesellschaft die Verwaltung ihres Geldes mehr wert als die Erziehung ihrer Kinder, dazu genügt ein Blick auf das durchschnittliche Gehalt eines Bankkaufmanns und einer Kindergärtnerin.

Ein ganz besonderes Augenmerk muss auf den Zeitpunkt der Datenerhebung gelegt werden, die jeweils zum 1. März des Vorjahres stattfindet. Am 1. März 2016 kamen 11,5 Kinder auf eine Erzieherin, am 1. März 2017 waren es nach Presseberichten 11,1 Kinder. Demnach hält der Personalmangel in Pirmasenser Kindergärten seit Jahren an und hat sich kaum verändert. Der Betreuungsschlüssel in Pirmasens wurde also nicht durch den vermehrten Zuzug von anerkannten Flüchtlingen und ihren Kindern im Jahr 2017 aus den Angeln gehoben, sondern war im Jahr zuvor und fast ohne Flüchtlingskinder sogar noch etwas schlechter.

Inwieweit die Auswertungen der Bertelsmann Stiftung mit den Darstellungen der Pirmasenser Stadtverwaltung übereinstimmen, wird Gegenstand einer Anfrage im Stadtrat sein.“

Frank Eschrich, Vorsitzender DIE LINKE Pirmasens



Wider den Katzenjammer an den Tagen danach: Eine starke LINKE als Garant für eine menschlich-soziale Wende

Rede der Parteivorsitzenden Katja Kipping zum Politischen Aschermittwoch in Passau Weiterlesen