Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Frank Eschrich

Zweierlei Maß die Zweite

Die Stadtverwaltung hat von Anfang an versucht, die Dreharbeiten der Spiegel-TV Sendung vom April in ihrem Sinne zu steuern und ihr Vorzeigeprojekt Pakt in den Mittelpunkt zu stellen

DIE LINKE Pirmasens: Einmalige Projekte und Pakt-Familien dürfen gezeigt werden, aber nur in Begleitung

In der öffentlichen Hauptausschusssitzung am 8. Mai wurde heftig kritisiert, dass Sozialleistungsbezieher und Familien für die Dreharbeiten von Spiegel-TV in Pirmasens vermittelt wurden. Man habe damit die betroffenen Menschen vorgeführt und ans Messer geliefert. Oberbürgermeister Matheis nannte dies beschämend. In einer Mail vom 28. März bietet das Presseamt der Stadt einem Redakteur bei Spiegel-TV an, Kontakte zu Familien herzustellen, die Hilfe des Pakts für Pirmasens in Anspruch nehmen. Wörtlich heißt es der Nachricht, „Sofern Sie Interesse haben sollten, das bundesweit einmalige Projekt und dessen Wirkungsweise in Ihrem Beitrag aufzugreifen, freuen wir uns, von Ihnen zu hören. Danach würden wir auf die Suche nach potenziellen Familien zu gehen, die sich grundsätzlich vorstellen könnten, ihre persönliche Situation vor der Kamera zu schildern bzw. sich von einem Kamerateam im häuslichen Umfeld zusammen mit den Lebenswegbegleitern filmen zu lassen.“

Dazu erklärt der Vorsitzende der LINKEN Pirmasens, Frank Eschrich: „Offensichtlich kommt es bei der Beurteilung von Zusammenarbeit mit Journalisten darauf an, wer Kontakte zu Familien herstellt und was gezeigt werden soll. Besonders aufschlussreich ist der Hinweis, dass man bei den Dreharbeiten im häuslichen Umfeld das Beisein eines Lebenswegbegleiters wünscht, der das Ganze im Sinne der Stadtverwaltung auch richtig einordnen kann. Dreharbeiten in der schönen heilen Welt des Pakts für Pirmasens sind in Ordnung, ungeschminkte Interviews in der sozialen Realität von armen Familien eher weniger. In der Hauptausschusssitzung am vergangenen Montag wurde zwar darauf hingewiesen, dass man Spiegel TV umfangreiche Informationen zur Verfügung gestellt habe, lieber weggelassen wurde allerdings, dass die Stadtverwaltung selbst die Herstellung von Kontakten zu Familien angeboten hat. Die umfangreichen Informationen selbst bestehen aus Arbeitslosenstatistiken, die sich jeder im Internet selbst ziehen kann, Presseinformationen der Stadt, die auf der städtischen homepage zu finden sind, dem Sonderblatt der Pirmasenser Zeitung zur Aktion der Deutschen Journalistenschule, dem Abschlussbericht der Bertelsmannstiftung zum Pakt für Pirmasens und einem FAZ-Artikel aus dem Jahr 2016, indem sich das Bildungsbürgertum über Normalbürger versus Hartz-IV-Empfänger auslässt. Mithin alles Informationen, die jeder halbwegs ernstzunehmende Redakteur längst zur Kenntnis genommen hat, der für einen Filmbeitrag über soziale Verhältnisse in Pirmasens recherchiert. Ein besonderes Augenmerk wurde dennoch auf die Auswahl der übermittelten Materialien gelegt. Denn sie sind besonders gut geeignet, einen tendenziös positiven Beitrag über Pirmasens zu drehen und das Erbauliche in den Mittelpunkt zu stellen. Damit ist klar: Die Stadtverwaltung hat von Anfang an versucht, die Dreharbeiten der Spiegel-TV Sendung vom April in ihrem Sinne zu steuern und ihr Vorzeigeprojekt Pakt in den Mittelpunkt zu stellen. „Uns ist es wichtig, die positiven Entwicklungen in den Vordergrund stellen zu können“, schreibt dazu das Presseamt am 28. März. Als dies misslang, hat man den Spieß umgedreht und sich verweigert und im Hauptausschuss ein Tribunal veranstaltet.“

Frank Eschrich, Vorsitzender DIE LINKE Pirmasens



Wider den Katzenjammer an den Tagen danach: Eine starke LINKE als Garant für eine menschlich-soziale Wende

Rede der Parteivorsitzenden Katja Kipping zum Politischen Aschermittwoch in Passau Weiterlesen