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Frank Eschrich, DIE LINKE Pirmasens

Frank Eschrich

Zweierlei Maß

Negative Presse über Pirmasens wird nur dann als schlimm empfunden, wenn sie in den eigenen politischen Kram passt

DIE LINKE Pirmasens: „ZEIT“-Artikel über prekäre Lage in Pirmasens löst keine Debatten aus

Auch vier Wochen nach der Sendung in „Spiegel-TV“ über Armut in Pirmasens empören sich die Geister über tendenziöse Berichterstattung und die vermeintliche Zuschaustellung von Familien und Kindern, denen der Fernsehbericht geschadet haben soll. Als Skandal werden weniger Not und Armut an sich empfunden, sondern dass Kinder in ihren Armutsverhältnissen gezeigt werden. Im Artikel „Villen-Glück“ aus der Wochenzeitung „DIE ZEIT“ vom 31. März werden die Themen Kindearmut, Überschuldung der Stadt und Privatinsolvenzen, mangelnde Bildungsabschlüsse und die Situation der Hartz-IV-Empfänger in Pirmasens thematisiert. Oberbürgermeister Matheis wird mit der Aussage zitiert, dass er schon froh wäre, wenn jedes vierte geförderte Kind eine Ausbildung schaffen würde. Darüber hinaus werden Personen aus Pirmasens mit Klarnamen genannt, die Privatinsolvenz angemeldet haben.

Dazu erklärt der Vorsitzende der LINKEN Pirmasens, Frank Eschrich: „Der Artikel in der ZEIT erschien wenige Tage bevor Spiegel TV in Pirmasens drehte. Abgesehen davon, dass die Lektüre dieses Artikels unbedingt empfehlenswert ist und einigen gut tun würde, die im Hauptausschuss am vergangenen Montag oder presseöffentlich über Spiegel-TV oder mich hergezogen sind, wird auf jeden Fall sehr deutlich, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Auch im „ZEIT“ Artikel wird nichts Positives über Pirmasens berichtet und werden Personen namentlich genannt, die offensichtlich finanzielle und soziale Probleme haben. Das empörte Protestgeschrei blieb allerdings aus und für die Wochenzeitung hatte man offensichtlich Zeit im Rathaus und befürchtete auch nicht, aus der Berichterstattung heraus genommen zu werden. Es ist davon auszugehen, dass von dem am 31. März erschienenen Artikel schlicht und ergreifend niemand Notiz genommen hat oder – was wesentlich schlimmer ist – bewusst damit hinter den Berg gehalten hat, weil man damit keine Unliebsamen an den Pranger stellen konnte. So unterschiedlich kann Wahrnehmung sein: Aus den Augen, aus dem Sinn. Oder anders formuliert: Negative Presse über Pirmasens wird nur dann als schlimm empfunden, wenn sie in den eigenen politischen Kram passt. Armut ist nur deshalb schlimm, weil sie gezeigt wird. Passiert dies nicht, interessiert sich niemand dafür. Geschieht das Ganze unbemerkt von der Pirmasenser Öffentlichkeit, ist es den Lokalpatrioten völlig egal, was die Welt über Pirmasens denkt oder wer gerade an den Pranger gestellt wird. Das ist ein weiteres Armutszeugnis, vielleicht das schlimmste überhaupt.“

Frank Eschrich, Vorsitzender DIE LINKE Pirmasens



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