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Frank Eschrich, DIE LINKE Pirmasens

Frank Eschrich

Arbeitnehmerrechte gelten erst Recht in Corona-Zeiten

Gerade die Einzelhandelsverkäuferin hat ein Recht darauf, den Sonntag mit ihrer Familie zu verbringen oder sich auszuruhen, sie gehört neben den Altenpflegern zu der am schlechtesten bezahlten Berufsgruppe

DIE LINKE Pirmasens: Verkaufsoffene Sonntage bringen nicht mehr Kaufkraft

Einzelhandelsverband und CDU fordern, die gesetzlich vorgeschriebene Verknüpfung von verkaufsoffenen Sonntagen mit besonderen Anlässen wie Festen und Märkten während der Corona-Pandemie aufzuheben, um den Einzelhandel zu stärken. Dies widerspricht nicht nur der geltenden Gesetzeslage in Rheinland-Pfalz und der Auffassung des Bundesverwaltungsgerichtes, sondern ist ökonomisch sinnlos und setzt Bürger und Beschäftigte einem erhöhten Infektionsrisiko aus.

Dazu erklärt der Vorsitzendende der LINKEN Pirmasens, Frank Eschrich: „Dass der Einzelhandelsverband und seine politische Heimatpartei gebetsmühlenartig verkaufsoffene Sonntage und Lockerungen der Bestimmungen fordern und dabei auf Arbeitnehmerrechte, Sonntagsruhe und Familienfreundlichkeit pfeifen, ist man gewohnt. Aber ausgerechnet mitten in einer Pandemie mit einem höchstinfektiösen Erreger zu verlangen, dass sich Menschen wegen eines fragwürdigen Shopping-Vergnügens einer zusätzlichen Ansteckungsgefahr aussetzen sollen, ist verantwortungslos und schlägt dem Fass den Boden aus! Haben Erich Weis und die CDU-Stadtratsfraktion eigentlich nicht zur Kenntnis genommen, dass die Infektionszahlen auch in Deutschland gerade wieder massiv ansteigen und ein zweiter Lockdown droht? Arbeitnehmerrechte und Schutz der Bevölkerung gelten erst Recht in Corona-Zeiten und haben absoluten Vorrang, zumal längst nachgewiesen ist, dass Sonntagsöffnungen bestenfalls eine Umsatzverlagerung bringen. Erst kürzlich wurden die Zahlen veröffentlicht: Pirmasens ist eine Kaufkraftwüste, wo ein erheblicher Teil der Bevölkerung jeden Euro zweimal umdrehen muss. Wo soll der zusätzliche Umsatz also herkommen? Der Pirmasenser Einzelhandel leidet insbesondere am veränderten Kaufverhalten seiner Kundschaft, das dem online-Handel zweistellige Zuwachsraten beschert. Dem kann man nicht mit ein paar verkaufsoffenen Sonntagen begegnen. Und auf die Kundschaft von außerhalb zu setzen birgt zusätzliche Infektionsrisiken. Es genügt ein Spreader, um die Corona-Fälle auch in Pirmasens in die Höhe schnellen zu lassen.

Aus gutem Grund wurden der weiteren Aushöhlung der grundgesetzlich geschützten Sonn- und Feiertagsruhe enge Grenzen gesetzt. Gerade die Einzelhandelsverkäuferin hat ein Recht darauf, den Sonntag mit ihrer Familie zu verbringen oder sich auszuruhen, sie gehört neben den Altenpflegern zu der am schlechtesten bezahlten Berufsgruppe. Warum sollte ausgerechnet sie dafür herhalten, wenn besserverdienenden und gelangweilten SUV-Fahrern sonntags nichts Besseres einfällt, als sich noch ein unnötiges T-shirt zu kaufen? Zu Recht wehren sich Gewerkschaften und Kirchen gegen Sonntagsöffnungen in Handel und Gewerbe. Krankenschwestern, Polizisten und Feuerwehrleute erfüllen einen Sinn. Sie leisten ihrem Nächsten einen Dienst in der Not. Der Konsum und der Tanz um das goldene Kalb sind alles andere als sinnstiftend.“

Frank Eschrich, Vorsitzender DIE LINKE Pirmasens

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